: 1.000 Jahre Liesborner Evangeliar

Entrée-Ausstellung

 

Bis das 1.000 Jahre alte Evangeliar der Liesborner Äbtissin Berthildis in der gerade neu entstehenden Ausstellungsfläche ausgestellt werden kann, möchten wir die Gelegenheit nutzen und Sie auf den aktuellen Wissensstand bringen.

 

Auf im Foyer installierten Stoffbahnen sind Auszüge aus den ersten Seiten der vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, niedergeschriebenen im Evangeliar der Äbtissin Berthildis, zu sehen. Es wurde dem Liesborner Damenstift im 11. Jahrhundert von der damaligen Äbtissin gestiftet und war für den gottesdienstlichen Gebrauch bestimmt. Das Evangelium – was so viel bedeutet, wie „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“ – berichtet vom Leben und Wirken Jesu und ist Teil des Neuen Testaments.

 

In unserem Buch zum Buch erfahren Sie in neun Kapiteln alle aktuellen Informationen zu der mittelalterlichen Handschrift und erhalten einen kleinen Einblick in die Inhalte des Manuskripts. Als einzige bekannte Form der Übermittlung von Literatur vor der Erfindung des Buchdrucks, spielte die Kalligrafie im Mittelalter eine bedeutende Rolle für die abendländische Kultur. Die kostbaren Handschriften wurden im Mittelalter in der Regel von gelehrten Mönchen angefertigt, daher hatten Klöster häufig eigene Schreibwerkstätten, sogenannte Skriptorien. Hier wurden die meist in lateinischer Schrift verfassten Texte in höchster Präzision mit Tinte und Feder vervielfältigt. Heute erfreut sich das formvollendete Schreiben mit der Feder als Kunstform und Hobby wieder großer Beliebtheit. Wir laden Sie daher in unserer kleinen Entré-Ausstellung dazu ein, die Technik des kalligrafischen Schreibens am Stehpult selbst einmal auszuprobieren.

 

2017 ist die mittelalterliche Handschrift, die über Jahrhunderte hinweg von Buchliebhaber zu Buchliebhaber weitergereicht wurde, endlich wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Völlig überraschend ist die Handschrift 2015 auf der internationalen Kunstmesse TEFAF angeboten worden und stand damit dem Kunstmarkt zur Verfügung. Nach einem zwei Jahre andauernden Prozess ist es schließlich gelungen, mit der Unterstützung zahlreicher Förderer und Sponsoren, das Kunstwerk zu erwerben und zurück in die ehemalige Abtei Liesborn zu holen. An welchen Orten das Evangeliar in den letzten zwei Jahrhunderten Station gemacht hat, können Sie anhand einer Karte zur Reise des Evangeliars nachvollziehen.

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