: Das Pferd in Kunst und Kulturgeschichte

Ein kooperatives Ausstellungsprojekt im Jubiläumsjahr 2026 des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts in Warendorf

Mit Sonderausstellungen von Mai – Oktober 2026 in den beteiligten Museen:

 

Dezentrales Stadtmuseum Warendorf

Westpreußisches Landesmuseum

Westfälisches Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster

Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf

 

John Frederick Herring, Pferde und Tauben an einem Pferdetrog, um 1850 © Michael Imhof Verlag

German Grobe, Pferde in der Schwemme bei Mondschein, o.J., Dr. Axe-Stiftung Bonn, Foto: Barbara Frommann

Mensch und Pferd verbindet eine Jahrtausende alte Beziehung. Zeichnungen von Pferden als künstlerischer Ausdruck dieser Verbindung finden sich bereits in den steinzeitlichen Höhlenmalereien. Über alle Epochen der Menschheitsgeschichte hinweg hat das Pferd in seinen unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten durch den Menschen – ob als Transportmittel, in der Landwirtschaft, im Krieg oder beim Reitsport – oder auch in seinem natürlichen Lebensraum als Wildpferd Eingang in die Kunst gefunden. Ob als Steinskulptur oder Bronzeplastik, als Ölgemälde oder Lithografie, als Federzeichnung oder Buchmalerei – das Pferd begleitete und faszinierte den Menschen in seinem Kunstschaffen ebenso wie in seinem alltäglichen Leben und Arbeiten.

2026 feiert das Nordrhein-Westfälische Landgestüt in Warendorf sein 200-jähriges Bestehen. Vier Museen im Münsterland haben diesen besonderen Geburtstag zum Anlass genommen, das Verhältnis von Pferd und Mensch in Kunst- und Kulturgeschichte in einer dezentralen Kooperationsausstellung zu beleuchten. Vom Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo in Münster über das Dezentrale Stadtmuseum und das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf bis hin zum Museum Abtei Liesborn in Wadersloh spannt sich der geographische Bogen. Mehrere Hundert Exponate vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart beleuchten die Entwicklung des künstlerischen Ausdrucks der Pferd-Mensch-Beziehung in den verschiedensten Stilen, Formen, Themen und Materialien.

Die Werke stammen aus zahlreichen namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen und Museen in Deutschland. Begleitet werden die sich über den Zeitraum von Mai bis Oktober 2026 erstreckenden Sonderausstellungen von einem umfangreichen Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene, das von Vorträgen bis hin zu Kunstworkshops reicht. 

 

 

 

Dezentrales Stadtmuseum Warendorf

Das Pferd von der Romantik bis zum Jugendstil – Kunst und Bewegung im 19. Jahrhundert

03.05.2026 – 16.08.2026

 

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf zeigt das Dezentrale Stadtmuseum eine Ausstellung zu Pferdedarstellungen des 19. Jahrhunderts. In einer Zeit großer Umbrüche prägte es Alltag, Arbeit, Militär und Mobilität – und inspirierte Künstlerinnen und Künstler zu eindrucksvollen Bildern und Skulpturen. Das Pferd spielte dabei eine zentrale Rolle. Es war unverzichtbar für Militär, Landwirtschaft und Mobilität. Die Ausstellung zeigt Werke von Johann Georg Pforr bis Georg Karl Koch. Fein beobachtete Studien stehen neben lebendigen Szenen aus Jagd, Militär und Pferdezucht. Das Pferd erscheint dabei mal elegant und ruhig, mal kraftvoll und in Bewegung. Skulpturen von Antoine-Louis Barye und Karl Keil ergänzen die Gemälde und machen die körperliche Präsenz und Dynamik des Pferdes im Raum unmittelbar erlebbar.

 

Historisches Rathaus
Markt 1
48231 Warendorf

Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag von 15.00 – 17.00 Uhr / Samstag, Sonntag und feiertags 14.00 – 17.00 Uhr / Montags geschlossen

Mehr Infos unter: https://www.warendorf.de/de/kultur/museen/dezentrales-stadtmuseum/ 

 

 

 

Westpreußisches Landesmuseum

Trakehner – Pferde, Menschen, Wege. Geschichte und Schicksal einer legendären Rasse

18.07.2026 – 18.10.2026

 

Das Westpreußische Landesmuseum präsentiert eine Doppelausstellung zum Thema Trakehner. Der erste Ausstellungsteil widmet sich der Entstehung und Entwicklung des Landgestüts Trakehnen sowie der Bedeutung dieser edlen Pferderasse, die zu einem Synonym für Leistungsfähigkeit und Eleganz im ostmitteleuropäischen Raum wurde. Der zweite Teil der Ausstellung – Die Flucht der Trakehner – knüpft daran an und beleuchtet das Schicksal der Pferde und ihrer Züchter während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In diesem Kontext wurden die Trakehner zu einem Symbol für Verlust, Neuanfang und kulturelle Identität. Zu sehen sind Exponate, Fotografien und Gemälde aus dem Westpreußischen Landesmuseum, dem Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen und dem Bernsteinmuseum in Danzig.

 

Westpreußisches Landesmuseum
Franziskanerkloster
Klosterstraße 21
48231 Warendorf

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr (Montags geschlossen)

 

Mehr Infos unter: https://westpreussisches-landesmuseum.de/de/

 

 

 

Westfälisches Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster

Das Pferd in der Kunst – von Dürer bis Stubbs

30.05.2026 - 27.09.2026

 

Die Ausstellung im Westfälischen Pferdemuseum zeigt, wie sich das Bildmotiv Pferd in dem Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert in der europäischen Kunst geändert hat. So avancierte das Pferd im 17. und 18. Jahrhundert zum bedeutendsten Motiv in unterschiedlichen Rollen: Vom Symbol der Macht, militärischer Stärke und sozialem Status bis hin zum eigenständigen, charaktervollen Individuum in seiner natürlichen Umgebung. Ein Highlight der Ausstellung: der Original-Kupferstich „Der heilige Eustachius“ von Albrecht aus der Zeit um 1501.

 

Westfälisches Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster
Sentruper Str. 311
48161 Münster

Öffnungszeiten: täglich 9.00 – 18.00 Uhr

 

Mehr Infos unter: https://www.pferdemuseum.de/

 

Der Ausstellungsteil wird gefördert durch Sparkasse Münsterland Ost.

 

 

 

Museum Abtei Liesborn

Von Arbeitspferd bis Zirkuswelt. Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

12.07.2026 – 20.09.2026

 

Die Ausstellung setzt den Fokus auf Pferdedarstellungen des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Die dargestellten Szenen sind so mannigfaltig, wie die noch bis ins frühe 20. Jahrhundert aufs Engste verflochtenen Verbindungen zwischen Mensch und Pferd. Anhand von mehr als 140 Exponaten zeigt die Präsentation, wie Künstler von Emil Volkers über Max Liebermann, bis hin zu Otto Dill, Max Slevogt und Franz Marc diese Mensch-Tier-Beziehung in ihren Malereien, Grafiken und Skulpturen umsetzten. Leihgaben von der LETTER Stiftung Köln und der Dr. Axe-Stiftung Bonn werden ergänzt durch Werke aus dem eigenen Bestand sowie Leihgaben von regionalen Museen und Privatpersonen.

 

Der Eintritt ist frei!

Eröffnung am Sonntag, 12. Juli, 15:00 Uhr

 

Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf
Abteiring 8
59329 Wadersloh

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr (Montags und an Feiertagen geschlossen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ratssaal – Historisches Rathaus Warendorf

Im Sattel der Geschichte – Hans Günter Winkler zum 100. Geburtstag

24.07.2026 – 06.09.2026

 

Hans Günter Winkler (1926–2018) zählt zu den bedeutendsten Springreitern des 20. Jahrhunderts. In bodenständigen Verhältnissen aufgewachsen, formte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg autodidaktisch zum Weltklasseathleten. In Warendorf, dem Zentrum des deutschen Reitsports, begann sein internationaler Aufstieg. Mit der Stute Halla schrieb Winkler Sportgeschichte – besonders beim legendären „Goldritt“ der Olympischen Spiele 1956. Seine ruhige, partnerschaftliche Reitweise machte ihn zum Symbol für den Wandel des Pferdes vom Arbeitstier zum sportlichen Partner. Anlässlich seines 100. Geburtstags würdigt die Ausstellung Leben, Leistung und Vermächtnis dieser Ausnahmefigur des Reitsports.

 

Historisches Rathaus
Markt 1
48231 Warendorf

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15.00 von 17.00 Uhr / Samstag, Sonntag und feiertags 14.00 – 17.00 Uhr / Montags geschlossen

 

Mehr Infos unter: www.warendorf.de und https://www.warendorf.de/de/kultur/museen/dezentrales-stadtmuseum/ 

 

 

 

 

 

 

 

 

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