Musikfestival "Summerwinds Münsterland" macht am 21.8. Station in Liesborn
Giorgi Kalandarishvili und Anna Kaczmarek-Kalandarishvili sind „im Fluss mit Bach“: im Strom der Musik, des Lebens, in einem Flow, der trägt. Denn Johann Sebastian Bach inspiriert, über die Zeiten hinweg. So ist es kein Wortspiel, wenn die beiden Bach „eine lebendige Quelle“ nennen, „die niemals versiegt“.
Hochgestimmt, festlich-heiter, voller Tempo und Energie das Präludium aus Bachs E-Dur-Partita für Solovioline. Dagegen setzt Kalandarishvili den langsamen Satz aus der Flötensonate des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel, der zu Lebzeiten berühmter war als sein Vater. Ob die Oboe die schmerzliche Melodie wohl noch empfindungsvoller singt als die Flöte, für die das Stück ursprünglich komponiert wurde?
Von beiden Bachs lernte Mozart. In seiner Oper „Die Zauberflöte“ erinnert u.a. ein streng fugierter Choral an Sebastian. Über Emanuel, der die Barockmusik seines Vaters auf Empfindsamkeit und Klassik hin „überwand“, bemerkte der Salzburger: „Er ist der Vater, wir sind die Bubn. Wer von uns was Rechts kann, hats von ihm gelernt.“
Von Bach-Vater besessen zeigt sich Eugène Ysaÿe in „Obsession“ mit Zitaten aus Bachs E-Dur-Partita. Zudem nimmt der Belgier in seiner Solosonate für Violine den „Dies irae“-Choral aus der katholischen Totenmesse auf. Ebenfalls Musik aus Musik: In „Alpensplitter“ erweckt Anatol Stefan Riemer Motive und Themen aus Strauss’ „Alpensinfonie“ zu neuem Leben.
Mit der Sinfonia aus J. S. Bachs Kantate „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“ feiern Oboe und Violine zum guten Schluss das Leben und die Musik – als ein Stirb-und-Werde, einen sich immer erneuernden lebendigen Strom.
Giorgi Kalandarishvili ist Solooboist des Sinfonieorchesters Münster und unterrichtet an der dortigen Musikhochschule. Als Kammermusiker und Solist konzertiert er in Europa, Asien, Südamerika. Anna Kaczmarek-Kalandarishvili, Preisträgerin internationaler Wettbewerbe, ist Mitglied des Sinfonieorchesters Münster. Solistisch und als Kammermusikerin gastiert sie in Europa, Südkorea, Kanada, Tunesien.
(Text: "Summerwinds Münsterland")
Öffentliche Führung durch die Kreuzsammlung
J. S. Bach, oft als „fünfter Evangelist“ bezeichnet, ist auch für seine Passionsmusik bekannt, in der er die biblischen Berichte eindrücklich auslegt. Anknüpfend an sein musikalisches Werk wird vor dem Konzert eine Führung durch die Kreuzsammlung des Museums angeboten. Mit fast 1.300 Objekten gilt sie als die größte ihrer Art in einem europäischen Museum und eröffnet einen faszinierenden Blick auf die Vielfalt der Kreuzesdarstellungen im Wandel der Jahrhunderte.
Beginn ist um 17.30 Uhr. Die Führung ist für Konzertkarteninhaber kostenlos. Wegen begrenzter Plätze ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich online oder telefonisch unter 02523/98240.
Für Konzertbesucher ist das Museum an dem Tag bis 18.45 Uhr geöffnet.
Ticketpreise: 22 € | ermäßigt 19 € (bei Online- und Telefonbestellung kommt Service-Gebühr hinzu)
Kartenvorverkauf über die Reservix-Vorverkaufsstellen, online oder per Telefon: 0761 8884 9999.
Kein Kartenverkauf im Museum!
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn, sofern noch Karten verfügbar sind.




