Erfassung und Analyse des Asendorfer Münzschatzfundes
Als der Landwirt Willy Meyer im November 1955 seinen Acker tief umpflügen wollte, ahnte er noch nicht, auf welchen Schatz er treffen würde. Zufällig legte er einen der größten mittelalterlichen Münzfunde Norddeutschlands frei. Mindestens 6.400 Silbermünzen, überwiegend aus dem 13. und 14. Jahrhundert, geprägt in Orten wie Münster, Bremen und Osnabrück, kamen ans Tageslicht. Sogar einige französische Turnosen waren unter den Stücken, die in einem Tongefäß mit Leinenbeutel im Boden deponiert waren. Nachdem der Fund geborgen und in das damalige Heimatmuseum – heute Kreismuseum – Syke gebracht wurde, setzte sich bald schon Dr. Peter Berghaus aus dem LWL-Museum für Kunst und Kultur (damals Westfälisches Landesmuseum) in Münster an eine erste Bearbeitung des Münzschatzes.
Die Münzen wurden seitdem immer wieder ausgestellt, eine detaillierte Analyse und wissenschaftliche Publikation erfolgten allerdings nie. Dieses numismatisch-geldhistorische Forschungsdesiderat soll nun behoben werden. Nicht nur hat sich die Forschungsliteratur seit der Zeit von Peter Berghaus deutlich aktualisiert, auch ist eine neue Münze von einem lizensierten Sondengänger am Fundort entdeckt worden, die mit in den Münzschatz gehört. Es gilt also die genaue Fundzusammensetzung zu bestimmen und den Münzschatz erstmals umfangreich zu analysieren.
Für die wissenschaftliche Ersterfassung und Dokumentation im Rahmen dieses Kooperationsprojekts zwischen dem Kreismuseum Syke und dem Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf ist Alexander Austmeyer verantwortlich, dessen Arbeit in einer Bachelorarbeit resultieren soll. Derzeit studiert er an der Universität Osnabrück Geschichte und Anglistik/Amerikanistik. Seitens des Kreismuseums Syke betreut Frau Nele Miethig – Kuratorin der archäologischen Sammlung – das Projekt. Von Seiten des Museums Abtei Liesborn begleitet Dr. Sebastian Steinbach, der Leiter des Museums und Privatdozent für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Münster, das Projekt.
Am Ende des Projektes sollen die Erkenntnisse der Öffentlichkeit durch eine überarbeitete Präsentation des Münzschatzes am Kreismuseum Syke und eine Publikation zugänglich gemacht werden.
Alexander Austmeyer, studierte an der an der Universität Osnabrück Geschichte und Anglistik/Amerikanistik.