: Albert Stuwe und Edith Stuwe

Zum 100. Geburtstag des Künstlers

Aussstellung im Museum Abtei Liesborn - 21. März bis 30. Mai 2021

 

Der weit über die Grenzen Westfalens hinaus bekannte Ennigerloher Maler, Grafiker und Lyriker Albert Stuwe (1921-1998) gehört zu den bedeutenden Künstlern Norddeutschlands und wäre am 21. März 2021 hundert Jahre geworden.

 

Albert Stuwe

 

Albert Stuwe wurde bereits zu Anfang seiner künstlerischen Laufbahn als ein Frühvollendeter bezeichnet, aber bis zuletzt gingen ihm Schaffenskraft und Ideenreichtum nicht verloren. In seinem Werk lassen sich unterschiedliche Bezugspunkte entdecken, vom Symbolismus, über den Surrealismus hin zum Phantastischen Realismus. Aber immer ist es ein wahrhaftiger Stuwe, der in seinen Zeichnungen, Grafiken und Ölbildern einen eigenen Weg gegangen ist und einen ganz persönlichen Kosmos entwickelt hat. Malerei, Grafik und Lyrik sind Schaffensbereiche, die eng miteinander verwoben und nicht voneinander getrennt werden können.

Ab den fünfziger Jahren entwickelt er die für ihn so typischen skurrilen Gestalten mit überlängten Gliedmaßen, überhöhten und seltsamen Kopfbedeckungen, Kopffüßler und Maskenträger sowie Gruppen von phantastisch gekleideten Personen, die sich auf dem Weg zu nicht benannten fernen Orten befinden.

Ab den Sechzigern findet sich eine vielfältige und vielschichtige Bilderwelt, geprägt von einer unruhig bewegten zeichnerischen Form. Weltlandschaften, über die große Könige, Magier und Zauberer fliegen, die Leben und Tod personifizieren. Selbstbildnisse, versteckt in einer „phlegmatischen“ oder „sanguinischen“ Landschaft oder bildbestimmend ausgeführt, zeugen immer wieder von der Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selber. Thema vieler Arbeiten ist die Frau, sei es als verschleierte Schöne, als phantastisches Vogelwesen oder auch als Portrait. Der Schriftsteller Paul Schallück aus Warendorf, Freund und Wegbegleiter, formulierte es folgendermaßen: „Die Federzeichnungen stricheln hinter die Trauer des Lebens die Ausweglosigkeit, fächern die Träume auf, verführen sie in die verschachtelten Wege des Labyrinths!“

Albert Stuwe hat in den fünfzig Jahren seines künstlerischen Schaffens ein immens umfangreiches künstlerisches Werk hinterlassen. Es enthält Federzeichnungen, Ölbilder, Papierarbeiten, Druckgrafik, aber auch Wand- und Raumgestaltungen im öffentlichen Raum.

 

Das Künstlerpaar Albert und Edith Stuwe

 

Den hundertsten Geburtstag des Künstlers nimmt das Museum Abtei Liesborn zum Anlass, eine umfangreiche Ausstellung mit seinen Zeichnungen, Grafiken und Ölbildern auszurichten.

Gleichzeitig greift die Ausstellung auf das von Albert und Edith Stuwe (1931 - 1986), geb. Kessler, seit den 70ger Jahren entwickelte Konzept des gemeinsamen Ausstellens zurück und zeigt einen Querschnitt aus ihrem bildhauerischen Werk, - von den frühen, noch von Albert bemalten Keramiken, bis hin zu den Bronzeskulpturen und bislang unbekannten Kugelschreiberzeichnungen. Nach der Trennung von seiner ersten Frau Marianne, Zeichnerin und Illustratorin, lebte Albert Stuwe mit Edith seit 1968 zuerst in Warendorf und dann in Enniger. Er ermutigte die Autodidaktin, deren künstlerisches Talent er sehr bald erkannt hatte, bildhauerisch tätig zu werden. Mitunter ergaben sich Korrespondenzen im Werk der Künstler. So taucht z.B. das Motiv der Katze oder der Schutzmantelmadonna bei beiden Künstlern auf und erfährt doch eine sehr unterschiedliche Ausformulierung. Phantastische Kopfbedeckungen bilden ein äußeres Merkmal des künstlerischen Austausches der eher streng und konzentriert gestalteten Figuren der Bildhauerin, - Figurengruppen und Tiere, versehen mit wenigen markanten Utensilien.

Edith Stuwe gibt dem Menschen, ihrem Hauptthema, zurück, was oft verloren scheint,  - Anmut und Würde. Aber auch Auflösung und Tod, die in ihren späteren Arbeiten in abstrahierter Form behandelt werden, lässt einen Bezug zu Albert Stuwes Werken aufscheinen.

Sicherlich kann man in den Arbeiten des Künstlerpaares, welches über 20 Jahre sehr intensiv Kunst und Leben miteinander geteilt hat, ein Geben und Nehmen in zweifacher Hinsicht entdecken. Diese Entdeckungsreise zu ermöglichen, ist gleichfalls ein Anliegen und eine Herausforderung dieser außergewöhnlichen Ausstellung und nur durch die enge Zusammenarbeit mit privaten Sammlern möglich geworden.

 

Die Ausstellung

 

Albert Stuwes Arbeiten befinden sich heute in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen. Das Museum Abtei Liesborn, das über eine der umfassendsten zusammenhängenden Sammlungen von höchster Qualität verfügt, - ein Geschenk  u.a. aus dem Besitz der Familie Scheiwe/Löer in Münster - präsentiert hier bekannte Highlights aus unterschiedlichen Schaffensperioden, aber vor allen Dingen auch Werke, die erst vor kurzem in den Bestand aufgenommen werden konnten und auch solche, die der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht bekannt sind. Private Sammler und auch die Familie Stuwe haben dazu ihre Archive, Schubladen und Räume geöffnet und eröffnen damit den Blick auf unbekannte Schätze.

Ein Katalog mit Werken von Albert Stuwe und Edith Stuwe sowie mit Textbeiträgen von Dr. Elisabeth Schwarm (Museumsleiterin Abtei Liesborn), Ingrid Raschke-Stuwe (Kunsthistorikerin und Kuratorin) und Dr. Stefan Rasche (Kunsthistoriker und Galerist) werden diese Ausstellung inhaltlich ergänzen und begleiten.

 

Freundeskreis und Werkverzeichnis

 

Damit das Werk von Albert Stuwe nicht in Vergessenheit gerät und ein Heranführen gerade auch der jüngeren Generation an sein Werk gewährleistet war, wurde in seinem Todesjahr 1998 der Freundeskreis Albert Stuwe e.V. gegründet mit dem Ziel, das Werk des Künstlers zu pflegen, zu bewahren und Ausstellungen zu veranstalten.

Dieser Aufgabe ist der Verein mit großem Engagement über 20 Jahre nachgekommen. Im Sinne Albert Stuwes hat der Freundeskreis regelmäßig den Albert-Stuwe-Preis für Handzeichnung an hervorragende KünstlerInnen verliehen (u.a. an Jürgen Kottsieper, Saskia Niehaus, Hannes Kater, Bettina van Haaren und Matthias Beckmann), ausgewählt durch eine professionelle Jury.

 

Im Jahre 2015 konnte der Kunsthistoriker Dr. Stefan Rasche aus Berlin gewonnen werden, ein digitales Werkverzeichnis zu erstellen. Nach 2-jähriger Recherche wurde dieses Verzeichnis in das Internet gestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Derzeit beinhaltet die Datenbank mehr als 1000 Werke des Künstlers, die im Original erfasst und fotografiert worden sind. Diese können hier aufgerufen und unter verschiedenen Kriterien angeschaut werden. So erlaubt die Datenbank zum Beispiel eine Sichtung der Werke nach Entstehungszeit und Technik, aber auch eine Suche nach einzelnen Bildmotiven, die für die komplexe Ikonographie des Künstlers eine bedeutende Rolle spielen. (www.Albert-Stuwe.de)  

Mit der Erstellung des Werkverzeichnisses, in das auch weiterhin neu entdeckte Arbeiten des Künstlers aufgenommen werden, und mit dem Museum Abtei Liesborn als Haus, in dem das Werk des Künstlers bewahrt wird, sah der Freundeskreis Albert Stuwe e.V. seine Hauptaufgaben als beendet an und beschloss im Jahre 2018 die Auflösung des Vereins.

 

Das Museum Abtei Liesborn bewahrt und pflegt nun diese umfangreiche Sammlung und das Werkverzeichnis dieses großen Künstlers.

Albert Stuwe äußerte sich selbst zu seiner Kunst: „Ich möchte leben in Bildern und Landschaften, die ich male – zwischen den Sandbänken und Booten, zwischen den Windmühlen und Türmen und zwischen den geheimnisvollen Gebilden, über deren Herkunft ich nichts weiß. Ich möchte in der Vergangenheit leben, in der Gegenwart und Zukunft (…).“

 

Ingrid Raschke-Stuwe

Der weit über die Grenzen Westfalens hinaus bekannte Ennigerloher Maler, Grafiker und Lyriker Albert Stuwe (1921-1998) gehört zu den bedeutenden Künstlern Norddeutschlands und wäre am 21. März 2021 hundert Jahre geworden.

 

Albert Stuwe

 

Albert Stuwe wurde bereits zu Anfang seiner künstlerischen Laufbahn als ein Frühvollendeter bezeichnet, aber bis zuletzt gingen ihm Schaffenskraft und Ideenreichtum nicht verloren. In seinem Werk lassen sich unterschiedliche Bezugspunkte entdecken, vom Symbolismus, über den Surrealismus hin zum Phantastischen Realismus. Aber immer ist es ein wahrhaftiger Stuwe, der in seinen Zeichnungen, Grafiken und Ölbildern einen eigenen Weg gegangen ist und einen ganz persönlichen Kosmos entwickelt hat. Malerei, Grafik und Lyrik sind Schaffensbereiche, die eng miteinander verwoben und nicht voneinander getrennt werden können.

Ab den fünfziger Jahren entwickelt er die für ihn so typischen skurrilen Gestalten mit überlängten Gliedmaßen, überhöhten und seltsamen Kopfbedeckungen, Kopffüßler und Maskenträger sowie Gruppen von phantastisch gekleideten Personen, die sich auf dem Weg zu nicht benannten fernen Orten befinden.

Ab den Sechzigern findet sich eine vielfältige und vielschichtige Bilderwelt, geprägt von einer unruhig bewegten zeichnerischen Form. Weltlandschaften, über die große Könige, Magier und Zauberer fliegen, die Leben und Tod personifizieren. Selbstbildnisse, versteckt in einer „phlegmatischen“ oder „sanguinischen“ Landschaft oder bildbestimmend ausgeführt, zeugen immer wieder von der Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selber. Thema vieler Arbeiten ist die Frau, sei es als verschleierte Schöne, als phantastisches Vogelwesen oder auch als Portrait. Der Schriftsteller Paul Schallück aus Warendorf, Freund und Wegbegleiter, formulierte es folgendermaßen: „Die Federzeichnungen stricheln hinter die Trauer des Lebens die Ausweglosigkeit, fächern die Träume auf, verführen sie in die verschachtelten Wege des Labyrinths!“

Albert Stuwe hat in den fünfzig Jahren seines künstlerischen Schaffens ein immens umfangreiches künstlerisches Werk hinterlassen. Es enthält Federzeichnungen, Ölbilder, Papierarbeiten, Druckgrafik, aber auch Wand- und Raumgestaltungen im öffentlichen Raum.

 

Das Künstlerpaar Albert und Edith Stuwe

 

Den hundertsten Geburtstag des Künstlers nimmt das Museum Abtei Liesborn zum Anlass, eine umfangreiche Ausstellung mit seinen Zeichnungen, Grafiken und Ölbildern auszurichten.

Gleichzeitig greift die Ausstellung auf das von Albert und Edith Stuwe (1931 - 1986), geb. Kessler, seit den 70ger Jahren entwickelte Konzept des gemeinsamen Ausstellens zurück und zeigt einen Querschnitt aus ihrem bildhauerischen Werk, - von den frühen, noch von Albert bemalten Keramiken, bis hin zu den Bronzeskulpturen und bislang unbekannten Kugelschreiberzeichnungen. Nach der Trennung von seiner ersten Frau Marianne, Zeichnerin und Illustratorin, lebte Albert Stuwe mit Edith seit 1968 zuerst in Warendorf und dann in Enniger. Er ermutigte die Autodidaktin, deren künstlerisches Talent er sehr bald erkannt hatte, bildhauerisch tätig zu werden. Mitunter ergaben sich Korrespondenzen im Werk der Künstler. So taucht z.B. das Motiv der Katze oder der Schutzmantelmadonna bei beiden Künstlern auf und erfährt doch eine sehr unterschiedliche Ausformulierung. Phantastische Kopfbedeckungen bilden ein äußeres Merkmal des künstlerischen Austausches der eher streng und konzentriert gestalteten Figuren der Bildhauerin, - Figurengruppen und Tiere, versehen mit wenigen markanten Utensilien.

Edith Stuwe gibt dem Menschen, ihrem Hauptthema, zurück, was oft verloren scheint,  - Anmut und Würde. Aber auch Auflösung und Tod, die in ihren späteren Arbeiten in abstrahierter Form behandelt werden, lässt einen Bezug zu Albert Stuwes Werken aufscheinen.

Sicherlich kann man in den Arbeiten des Künstlerpaares, welches über 20 Jahre sehr intensiv Kunst und Leben miteinander geteilt hat, ein Geben und Nehmen in zweifacher Hinsicht entdecken. Diese Entdeckungsreise zu ermöglichen, ist gleichfalls ein Anliegen und eine Herausforderung dieser außergewöhnlichen Ausstellung und nur durch die enge Zusammenarbeit mit privaten Sammlern möglich geworden.

 

Die Ausstellung

 

Albert Stuwes Arbeiten befinden sich heute in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen. Das Museum Abtei Liesborn, das über eine der umfassendsten zusammenhängenden Sammlungen von höchster Qualität verfügt, - ein Geschenk  u.a. aus dem Besitz der Familie Scheiwe/Löer in Münster - präsentiert hier bekannte Highlights aus unterschiedlichen Schaffensperioden, aber vor allen Dingen auch Werke, die erst vor kurzem in den Bestand aufgenommen werden konnten und auch solche, die der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht bekannt sind. Private Sammler und auch die Familie Stuwe haben dazu ihre Archive, Schubladen und Räume geöffnet und eröffnen damit den Blick auf unbekannte Schätze.

Ein Katalog mit Werken von Albert Stuwe und Edith Stuwe sowie mit Textbeiträgen von Dr. Elisabeth Schwarm (Museumsleiterin Abtei Liesborn), Ingrid Raschke-Stuwe (Kunsthistorikerin und Kuratorin) und Dr. Stefan Rasche (Kunsthistoriker und Galerist) werden diese Ausstellung inhaltlich ergänzen und begleiten.

 

Freundeskreis und Werkverzeichnis

 

Damit das Werk von Albert Stuwe nicht in Vergessenheit gerät und ein Heranführen gerade auch der jüngeren Generation an sein Werk gewährleistet war, wurde in seinem Todesjahr 1998 der Freundeskreis Albert Stuwe e.V. gegründet mit dem Ziel, das Werk des Künstlers zu pflegen, zu bewahren und Ausstellungen zu veranstalten.

Dieser Aufgabe ist der Verein mit großem Engagement über 20 Jahre nachgekommen. Im Sinne Albert Stuwes hat der Freundeskreis regelmäßig den Albert-Stuwe-Preis für Handzeichnung an hervorragende KünstlerInnen verliehen (u.a. an Jürgen Kottsieper, Saskia Niehaus, Hannes Kater, Bettina van Haaren und Matthias Beckmann), ausgewählt durch eine professionelle Jury.

 

Im Jahre 2015 konnte der Kunsthistoriker Dr. Stefan Rasche aus Berlin gewonnen werden, ein digitales Werkverzeichnis zu erstellen. Nach 2-jähriger Recherche wurde dieses Verzeichnis in das Internet gestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Derzeit beinhaltet die Datenbank mehr als 1000 Werke des Künstlers, die im Original erfasst und fotografiert worden sind. Diese können hier aufgerufen und unter verschiedenen Kriterien angeschaut werden. So erlaubt die Datenbank zum Beispiel eine Sichtung der Werke nach Entstehungszeit und Technik, aber auch eine Suche nach einzelnen Bildmotiven, die für die komplexe Ikonographie des Künstlers eine bedeutende Rolle spielen. (www.Albert-Stuwe.de)  

Mit der Erstellung des Werkverzeichnisses, in das auch weiterhin neu entdeckte Arbeiten des Künstlers aufgenommen werden, und mit dem Museum Abtei Liesborn als Haus, in dem das Werk des Künstlers bewahrt wird, sah der Freundeskreis Albert Stuwe e.V. seine Hauptaufgaben als beendet an und beschloss im Jahre 2018 die Auflösung des Vereins.

 

Das Museum Abtei Liesborn bewahrt und pflegt nun diese umfangreiche Sammlung und das Werkverzeichnis dieses großen Künstlers.

Albert Stuwe äußerte sich selbst zu seiner Kunst: „Ich möchte leben in Bildern und Landschaften, die ich male – zwischen den Sandbänken und Booten, zwischen den Windmühlen und Türmen und zwischen den geheimnisvollen Gebilden, über deren Herkunft ich nichts weiß. Ich möchte in der Vergangenheit leben, in der Gegenwart und Zukunft (…).“

 

Ingrid Raschke-Stuwe

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