: Wir sind Rincklake

Porträtmalerei im Selfiezeitalter

 

19.06.-11.09.2022

 

Johann Christoph Rincklake, Selbstbildnis, 1813, © LWL-MKuK / Sabine Ahlbrand-Dornseif

Johann Christoph Rincklake, Teilkopie nach Raffaels Sixtinischer Madonna, 1796-1797, © Museum Abtei Liesborn

Johann Christoph Rincklake, Bildnis einer jungen Dame, um 1800, © Museum Abtei Liesborn

Johann Christoph Rincklake, Porträt der Anna Elisabeth von Korff, 1810, Privatbesitz, © Bildarchiv Foto Marburg / Andreas Lechtape

Johann Christoph Rincklake, Bildnis Sybilla Catharina Elisabeth Schücking, 1810, Leihgabe aus Privatbesitz, © LWL-MKuK / Sabine Ahlbrand-Dornseif

Georg Oswald May, Friedrich Ludolf Adolf Freiherr von Boenen, später Graf von Westerholt und Gysenberg, 1782-1792, Privatbesitz, © Ruhr Museum / Christoph Sebastian

Friedrich Lillotte, Porträt des Rudolph Schmöle, um 1850, © Museum für Stadt- und Kulturgeschichte Menden

Johann Christoph Rincklake (1764-1813) gilt als der bedeutendste Porträtmaler Westfalens. Seine Werke sind aus den Schlössern und Burgen des Münsterlandes, wo sie noch immer in großer Zahl hängen, nicht mehr wegzudenken. In Münster ansässig, prägte er um 1800 die Bildniskunst dieser Region und war als Auftragsmaler für den Adel und das gehobene Bürgertum außerordentlich erfolgreich.

 

In einer gemeinsamen Sonderausstellung erwecken das Museum Abtei Liesborn, Kulturgut Haus Nottbeck – Museum für westfälische Literatur und Haus Harkotten-von Korff die Porträtmalerei wieder zum Leben und stellen sie unserer heutigen Selfiekultur gegenüber. Der Fokus liegt damit nicht allein auf dem künstlerischen Werk Rincklakes, sondern ebenso auf dem Lebensgefühl um 1800 und der besonderen Bedeutung der Literatur für die Bildniskunst jener Zeit. Dabei betrachten die unterschiedlich ausgerichteten Häuser das gemeinsame Thema aus je einem anderen Blickwinkel:

 

Museum Abtei Liesborn

Wie gelang es Rincklake, sich derart gegen seine Konkurrenz zu behaupten, dass er noch heute als der Porträtmaler Westfalens gilt? Und wer waren eigentlich seine Mitbewerber:innen? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung im Museum Abtei Liesborn, die neben Werken des großen Meisters der Bildnisse auch Arbeiten seiner Lehrer und Vorbilder sowie seiner heute weitgehend unbekannten Kolleg:innen in der Porträtmalerei versammelt. Dabei wird nicht nur ein Blick auf die besondere Bedeutung Rincklakes für das Münsterland geworfen, sondern gleichfalls auf die Gedanken und Bedürfnisse einer Gesellschaft, die sich damals wie heute nach Abbildung sehnte.

 

Herrenhaus Harkotten

Von Rincklake gemalte Porträts von Angehörigen der Familie Freiherrn von Korff sind auf Harkotten in ihrem häuslichen Umfeld zu betrachten – in dem ab 1806 erbauten klassizistischen Herrenhaus. Wer bekam die Porträts wo zu sehen? Wie haben sich die Dargestellten inszenieren lassen? Inwiefern diente ihre modische Kleidung als Statement? Besonders spannend ist, dass die Bildnisse schon damals vervielfältigt wurden und der Kommunikation dienten. Im historischen Ambiente werden die Porträtierten lebendig. Medial vermittelte persönliche Dokumente, Briefe und Gedichte machen den Besuch zu einem emotionalen Erlebnis.

 

Literaturmuseum Haus Nottbeck

Das Literaturmuseum Haus Nottbeck setzt bei seiner Rincklake-Hommage zwei Akzente. Zum einen wird Rincklakes bildnerisches Werk in Beziehung gesetzt zur Literatur seiner Zeit, wodurch seine künstlerische Arbeit teilweise in ein anderes Licht gerückt wird – vor uns steht eine Persönlichkeit, deren Schaffen zwischen Konformität, aber auch Progressivität zu verorten ist. Der zweite Akzent widmet sich dem Thema Selbstinszenierung. Während man sich um 1800 von einem Porträtmaler abkonterfeien ließ, greift man heute zum Selfie, um etwas über sich preiszugeben. In solchen Kontexten lädt das Literaturmuseum Autor:innen und Leser:innen ein, in Videoschnipseln über ihre Literaturleidenschaft zu berichten. Parallel können sich Literaturnerds mit ihrem Lieblingsbuch ablichten lassen.

 

Rahmenprogramm:

 

Rincklakes Welt

Eine literarische Bilderreise

Szenische Lesung mit Carsten Bender und Walter Gödden zur Eröffnung

Sonntag, 19.06., 11 Uhr, Eintritt frei

Wo?: Haus Nottbeck

 

„Wär‘ ich doch kein Weib geworden“

Rincklakes Porträt der Catharina Schücking, geb. Busch

Szenische Lesung mit Carsten Bender und Walter Gödden

Donnerstag, 23.06., 19.30 Uhr, VVK: 10€ / 8 €, AK: 12€ / 10€

Wo?: Haus Nottbeck

Infos und Tickets

 

Zeichnen wie Rincklake & Co.

Workshop für Erwachsene

Inspiriert vom authentischen historischen Ambiente des Hauses Harkotten entstehen Selbstporträts oder Stillleben mit alten Techniken (Rohrfeder, Alla Prima). Mit Gintare Skroblyte

Sonntag, 26.06., 15–18 Uhr, 20 € inkl. Aperitif am Portikus

Wo?: Herrenhaus Harkotten

Anmeldung: 05426 2638 oder foerderverein@harkotten.eu

 

Vom Pinsel zur Kamera

Fotoworkshop

Porträtfotografie mit Heiko Marcher

Donnerstag, 14.07., 14 Uhr, 10 €

Wo?: Museum Abtei Liesborn

Anmeldung: 02523 98240

 

Selfie mit It-Piece

Ferienworkshop für Kinder

Du porträtierst dich selbst und vervielfältigst das Bild wie in alten Zeiten im Umdruckverfahren. Bring dazu dein Lieblingsaccessoire mit oder suche dir etwas auf Harkotten aus. Mit Gintare Skroblyte. Ab Grundschulalter

Mittwoch, 03.08., 9:30–12:30 Uhr, 3 € inkl. Frühstück

Wo?: Herrenhaus Harkotten

Anmeldung: 05426 2638 oder foerderverein@harkotten.eu

 

Aus Brokat wird Baumwolle

Die Revolution in der Mode zwischen Rokoko und Klassizismus

Ein Vortrag von Svenja Kaya mit anschließender Führung

Sonntag, 11.09., 14:30 Uhr, 8 €

Wo?: Museum Abtei Liesborn

Anmeldung: 02523 98240

 

Öffentliche Führungen - Museum Abtei Liesborn

Dienstags + Sonntags, 15:30 Uhr, 2€

Anmeldung: 02523 98240

 

Öffentliche Führungen - Herrenhaus Harkotten

26.06. - 31.07. - 14.08. - 28.08. - 25.09., 12 Uhr, 10 € Eintritt inkl. Führung

Infos und Tickets

 

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