Die visuellen und textlichen Darstellungsformen in der Historia Westphaliae: Funktionen, Kontexte und Strategien historiographischer Vermittlung

Im Mittelpunkt der Masterarbeit von Helen Haniel steht die Historia antiquae occidentalis Saxoniae seu nunc Westphaliae, die der Liesborner Mönch Bernhard Witte zwischen 1495 und 1534 verfasste. Obwohl die Chronik die älteste zusammenhängende schriftliche Geschichtsdarstellung Westfalens darstellt, führte sie in der geisteswissenschaftlichen Forschung bislang weitgehend ein Schattendasein. Insbesondere die in der Chronik enthaltenen Illustrationen, Stammbäume und Epitaphe fanden bisher kaum Beachtung. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Masterarbeit den in der Historia Westphaliae verwendeten visuellen und textlichen Darstellungsformen und rückte diese erstmals in den Mittelpunkt einer Untersuchung.
Im Zentrum stand dabei weniger der geschriebene Text als vielmehr die Frage, welche Funktionen die unterschiedlichen Gestaltungsmittel innerhalb der Handschrift übernehmen, auf welche Vorlagen sie zurückgehen und welches Geschichtsbild sie dem Leser der Chronik auf visueller und textlicher Ebene vermitteln. Die Arbeit konnte hier unteranderem zeigen, dass die drei Gestaltungselemente zwar an der historiographischen Konzeption der Chronik orientiert sind, innerhalb dieser jedoch jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Ihr Projekt ist Teil einer Forschungskooperation zwischen dem Museum Abtei Liesborn und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Helen Haniel studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Geschichtswissenschaft im Bachelor und Master sowie Literatur- und Kulturwissenschaften als Nebenfach.
 

Museum Abtei Liesborn

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